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CADORNA-LINIE

Versteckt in den Wäldern, Kämmen und Hängen des hohen Verbano verbirgt sich ein wenig bekanntes historisches Erbe, aber außergewöhnlich suggestiv

Versteckt zwischen den Wäldern, Bergrücken und Hängen des oberen Verbano liegt ein wenig bekanntes, aber außerordentlich eindrucksvolles historisches Erbe: die sogenannte Cadorna-Linie.

Dieser Name bezieht sich im allgemeinen auf das größte italienische Verteidigungssystem an der Nordgrenze zur Schweiz, das zwischen 1899 und 1918 entworfen wurde. Obwohl der Name "Cadorna-Linie" unpassend ist – er leitet sich von General Luigi Cadorna ab, dem Stabschef der italienischen Armee während des Ersten Weltkriegs – ist er im allgemeinen Sprachgebrauch bis heute zur Bezeichnung eines riesigen Komplexes permanenter Militäranlagen geblieben.

Das Projekt war die Antwort auf ein konkretes strategisches Anliegen: die Verteidigung der Poebene vor möglichen Angriffen von jenseits der Alpen.

Im oberen Verbano-Gebiet bestand die Cadorna-Linie aus kilometerlangen Schützengräben, Artilleriestellungen, Laufwegen, Tunneln und Befestigungsanlagen aus Stein und Beton, die oft durch Vegetation getarnt oder in den Fels eingebettet waren. Gebiete wie Monte San Martino und Campo dei Fiori bewahren diese Kriegsreste noch heute.

Kurioserweise wurden diese imposanten Bauwerke jedoch nie ihrem eigentlichen Zweck zugeführt: Der Angriff durch die Schweiz fand nie statt. Nach dem Ersten Weltkrieg geriet die Strecke außer Betrieb und wurde aufgegeben. Jahrzehntelang blieb sie verborgen und in Vergessenheit.

Heute sind viele Abschnitte dank Restaurierungs- und Verbesserungsprojekten für die Öffentlichkeit zugänglich und stellen ein faszinierendes Ziel für Wanderer, Historiker und Enthusiasten dar.