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DER CHARME DER LIBERTY-VILLEN

Von Maccagno bis Laveno erzählen die im Liberty-Stil erbauten Villen und Hotels von einer Epoche voller kultureller und touristischer Lebendigkeit — der des frühen zwanzigsten Jahrhunderts — in den Ortschaften am lago Maggiore

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts trug der Liberty-Stil auch am lombardischen Ufer des lago Maggiore zur Erneuerung und touristischen Wiederbelebung des Gebiets bei, durch Häuser, kleine Villen und Kursaale, die von einheimischen Handwerkern oder den bekanntesten Namen der italienischen Szene errichtet wurden und Werke von beachtlichem Rang hinterließen.

In Luino gibt es mehrere Zeugnisse des Liberty-Stils, die von der Lebhaftigkeit dieser Seestadt in jenen Jahren berichten, angefangen mit dem Palazzo Verbania, der ursprünglich als Kursaal erbaut wurde. Entlang der Seepromenade gelangt man zu dem, was als "La Rotonda" oder "Rondò" bekannt ist, wo noch heute das 1912 gefertigte Eisengitter bewundert werden kann.

Im Stadtzentrum stechen außerdem das Villino De Albertis (1907) im corso XXV Aprile, das Gebäude des Panificio Luinese (1901) in der via Vittorio Veneto sowie das Bar Centrale — Casa Barozzi — an der piazza Garibaldi hervor. Beim Verlassen des Zentrums begegnet man entlang der via Lugano der Villa Guerrini-Cerutti (1903) und der Villa Petrolo in der via San Pietro; in Richtung Colmegna hingegen befinden sich die beiden Ville Solera.

In Colmegna selbst stößt man auf das wohl bedeutendste Liberty-Gebäude des Luineser Gebiets: die Villa Carissimi. Von Vincenzo Morandi in den Jahren 1907–1909 entworfen, blickt sie mit ihrer Fassade auf den See, die von einem zentralen Spitzbogenfenster dominiert wird, das von einem weiblichen Kopf im Jugendstil gekrönt wird.

Nicht nur Luino: In Laveno ist das Liberty-Baudenkmal, das noch heute bewundert werden kann, zweifellos die Villa Tarlarini, eine elegante und gepflegte Residenz mit Blick auf den Golf, umgeben von einem weitläufigen Park. Im Jahr 1908 vom Mailänder Architekten Francesco Carminati erbaut, beherbergte sie zeitweise auch Winston Churchill.

Richtung Schweizer Grenze und stets am See entlang lassen sich als weitere Beispiele des Liberty-Stils das Albergo Moderno in Maccagno nennen, das 1908 erbaut wurde und heute das Postamt des Ortes beherbergt, sowie die Kapelle der Familie Marchelli auf dem Friedhof von Tronzano Lago Maggiore.