
Heiligtum von Trezzo - DUMENZA
Andacht und Spiritualität finden sich in diesem kleinen Heiligtum des Val Dumentina, das auch heute noch zu den eindrucksvollsten Kultstätten dieses Teils des oberen Verbano-Gebirges gehört
Das Heiligtum der Heiligen Jungfrau von Trezzo in der Gegend von Dumenza ist einer der eindrucksvollsten Gotteshäuser im Dumentinatal. Hoch oben in den Bergen gelegen und über einen malerischen Kreuzweg mit 432 Stufen und 13 Kapellen erreichbar, empfängt das Heiligtum seine Besucher in einer Umgebung, die Glaube, Kunst und Natur vereint und von seinem Vorplatz aus, einen bezaubernden Blick auf den Lago Maggiore und das umliegende Tal bietet.
Die Ursprünge der Marienverehrung an diesem Ort liegen in der Volkstradition: Der Legende nach hatte während der Pest von 1348 eine junge taubstumme Frau eine Vision der Madonna und forderte die Bevölkerung auf, zu beten und Buße zu tun, um die Krankheit abzuwehren. Die Kirche wurde 1526 geweiht und erlangte im 16. Jahrhundert Berühmtheit. Sie wurde zum Ziel von Wallfahrten und Prozessionen, insbesondere am 15. August, unter den Gläubigen aus dem nahegelegenen Kanton Tessin strömten.
Das Gebäude, das einst einem Benediktinerkloster angehörte, hat einen rechteckigen Grundriss mit Seitenkapellen, einer halbrunden Apsis und einem Glockenturm mit achteckiger Laterne. Dem Eingang geht ein eleganter, gewölbter Pronaos voraus, während der Innenraum durch seinen dekorativen Reichtum überrascht: polychromer Marmor, barocker Stuck und Andachtsfresken. Besonders hervorzuheben ist die Darstellung der Gnadenmadonna über dem Altar, die die Nonnen und die Gemeinschaft der Gläubigen unter ihrem Mantel beschützt.
Auch berühmte Persönlichkeiten haben die Kirche beherbergt: Der heilige Karl Borromäus besuchte sie 1574 und erkannte ihre spirituelle Bedeutung. Einige Jahre später begann eine barocke Umgestaltung, die den Innenraum zusätzlich bereicherte. Die seit Jahrhunderten lebendige Tradition der Ferragosto-Wallfahrt ist nicht nur mit der Marienverehrung, sondern auch mit wundersamen Ereignissen verbunden: 1798 wurde Francesco Zanetti aus Astano, der an Tuberkulose litt, nach dem Besuch der Messe im Heiligtum plötzlich geheilt, was die Verbindung zwischen der heiligen Stätte und den Tessiner Gläubigen stärkte.
Heute ist das Heiligtum der Heiligen Jungfrau von Trezzo nach wie vor ein Ziel spiritueller und künstlerischer Schönheit, aber auch ein angenehmer Sommerausflug, ideal für diejenigen, die Glauben, Geschichte und Natur in einer Panoramakulisse von seltener Schönheit verbinden möchten.
Die Kirche erreicht man über die Via Crucis, insgesamt 432 Stufen und 13 Stationskapellen. Station 14 ist das eigentliche Heiligtum. Vom Platz vor der Kirche genießt man einen wunderschönen Ausblick auf das Dumentinatal und den Lago Maggiore.

