
Kreuzgang von Voltorre - GAVIRATE
Heute ein Kulturzentrum, einst Teil einer mittelalterlichen Abtei, ist der Kreuzgang ein wertvolles Zeugnis der lombardischen Romanik in den Tälern des Verbano
Das Kloster Voltorre im gleichnamigen Weiler von Gavirate ist der Überrest eines alten Klosterkomplexes aus dem Mittelalter, der heute als Nationaldenkmal anerkannt ist.
Der Kreuzgang wurde zwischen dem Ende des 12. und dem Beginn des 13. Jahrhunderts erbaut und war Teil einer dem Heiligen Michael geweihten Cluniazenserabtei, wo die Mönche ein Leben des Gebets, der Gastfreundschaft und der landwirtschaftlichen Arbeit führten.
Die Architektur des Komplexes ist ein hervorragendes Beispiel lombardischer Romanik. Der in mehreren Phasen erbaute Kreuzgang besticht durch seine ungewöhnliche Anlage – er erstreckt sich hinter der Kirche und nicht an der Südseite – und seinen eleganten Portikus mit schlanken, zylindrischen und achteckigen Säulen, gekrönt von einzigartigen Kapitellen, die sich voneinander unterscheiden. Die Kapitelle zeigen geometrische und pflanzliche Motive sowie phantasievolle Figuren wie Sirenen, Menschenköpfe und Tiere. Eine Inschrift schreibt das Projekt "Magister Lanfranco" zu, dem wahrscheinlichen Bildhauer und Architekten des Werkes.
Hinter der Kirche mit einem einzigen Kirchenschiff und einer halbrunden Apsis steht ein massiver und strenger Glockenturm aus Stein, typisch für die frühmittelalterliche Architektur.
Das Kloster wurde 1798 nach napoleonischen Beschlagnahmungen aufgelöst. 1913 zerstörte ein Brand einen Teil des Komplexes. Dank umfangreicher Restaurierungsarbeiten der Provinz Varese wurde der Kreuzgang jedoch als Kulturzentrum und Museum wiedereröffnet, das sich vor allem der zeitgenössischen Kunst widmet.

