
KLOSTERKIRCHE - AZZIO
Das älteste religiöse Gebäude von Azzio ist ein seltenes Beispiel der toskanisch-umbrischen Architektur in der Lombardei
Das älteste religiöse Gebäude in Azzio, ein kleines Dorf im Cuviatal, beherbergt die Kirche des Heiligen Antonius von Padua und des Heiligen Eusebius. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1608 zurück, als Kanoniker Giambattista Marchetti die alte Kirche des Heiligen Eusebius und das umliegende Land den Minoriten-Observanten für den Bau eines Klosters schenkte. Der Grundstein wurde am 18. November 1608 gelegt und die Weihe 1622 gefeiert.
Das Gebäude stellt ein seltenes Beispiel toskanisch-umbrischer Architektur in der Lombardei dar. Die Giebelfassade mit kleinem Portikus öffnet sich zu einem mit Kreuzwegstationen geschmückten Kirchhof. Im Inneren ist ein einziges Kirchenschiff durch einen Triumphbogen vom Presbyterium getrennt. Bemerkenswert sind der hölzerne Chor aus dem 17. Jahrhundert, die Krypta und die zahlreichen Kunstwerke: Fresken von Gian Battista Ronchelli, der barocke Hochaltar, eine hölzerne Statue der Unbefleckten Empfängnis und eine hölzerne Büste des Heiligen Eusebius. Besonders eindrucksvoll ist die Kapelle des Heiligen Antonius, in der eine Skulptur des Heiligen aufbewahrt wird, die 1724 von der Adelsfamilie Della Porta aus Casalzuigno gestiftet wurde.
Einige archäologische Ausgrabungen haben die Nutzung der Kirche als Friedhof bestätigt: Im Kirchenschiff wurden fünf Grabkrypten entdeckt: Gräber der Familie de Vincenti, gemeinsame Ossuarien und das Grab des Dritten Franziskanerordens. Es gibt auch das Grab von Carlo Girolamo I Porta, dessen Familie in der nahegelegenen Villa Della Porta Bozzolo in Casalzuigno lebte, und das " Putridarium", die dem Ersten Franziskanerorden vorbehaltene Grabkrypta.
Die Krypta, die im Ersten Weltkrieg geschändet und von Soldaten als Zufluchtsort genutzt wurde, birgt einzigartige Zeugnisse der Klostergeschichte: Hier wurden die Mönche nämlich sitzend in Nischen begraben, wie es eine alte Tradition vorschrieb.
Das Kloster, Santa Maria degli Angeli gewidmet, war bis 1797 aktiv, als es von der Cisalpinischen Republik aufgelöst und anschließend an Privatpersonen verkauft wurde. Von der ursprünglichen Struktur sind nur noch das Refektorium, ein Teil des Kreuzgangs und ein restauriertes Eiskeller erhalten, ebenfalls in Privatbesitz. Dank einer privaten Spende wurde die Kirche 1978 jedoch wieder für Gottesdienste geöffnet.

